In Wulften gab es Theater vom Allerfeinsten von Petra Bordfeld:
Wulften (pb). Dass Humor nicht nur eine Gabe des Geistes, sondern auch des Herzens ist, stellte die Theatergruppe des TSV Wulften am vorletzten Märtwochenede überzeugend unter Beweis. Denn sie nutzte zwar die Drehbücher für den Ein- und den Dreiakter als Grundlage, ließ es sich aber nicht nehmen, unter der Regie von Gerhard Lüer das Ganze noch mit einen köstlichen Teil Wulftener Witz und Charme kräftig nach zu würzen.
Als erstes machten Dagmar Gropengießer, Julia Scheer, Claudia Schaffert, Daniela Bierwirth, Kirsten Geile und Peter Beußhausen in Dirk Salzmanns "Am Sandkasten" auf bravouröse Art und Weise klar, dass der Alltag durchaus interessanter als das Fernsehprogramm sein kann. Es war ein wahres Vergnügen, jeden Einzelnen in seiner Aktion und Reaktion zu erleben. Faszinierend waren aber auch die fiktiven Kinder, die klar machten, dass das Leben im und am Sandkasten durchaus nicht risikolos ist. Sehr schmackhaft war auch die erste Szene, über den nicht ein Wort im Drehbuch steht. In ihm nahmen Peter Beußhausen, Konrad Stahn und Dieter Lohrengel eben mal schnell den Bauhof ganz kräftig und genussvoll auf die Schippe.
In Frank Zieglers Dreiakter "Chaos GmbH & Co" ging es so turbulent zu, wie der Titel es vermuten lässt. Genau dafür hat jede einzelne Person in überzeugende Art und Weise gesorgt. Jürgen Klapproth, Gitta Herb, Monika Thiele, Hagen Waßmann, Angelika Bierbaum, Jürgen Herb, Dietmar Koschmieder und Helmut Schülbe verstanden es in exzellenter Art und Weise in jedem einzelnen Dialog mittels köstlicher Wortspielereien und nicht minder aussagekräftiger Gestik und Mimik einen komischen Höhepunkt nach dem anderen zu bieten.
Schwerwiegende "Nebenrollen" spielten übrigens Wulftener Schmandkuchen, als Schnaps getarnter Apfelsaft, Amor, Kollegialität, ein Computerstecker, der mittels zweier Nägel zum Stromstecker umfunktioniert werden sollte, ein Transparent und die Computersprache, die durchaus falsch verstanden wurde. Ob es nun um das "Fenster öffnen" oder das "Papierkorb leeren" ging. Es ereignete sich vieles auf der Bühne, was im wahren Leben durchaus denkbar wäre.
Alles war in beiden Stücken vom Allerfeinsten, was das Publikum in dem zum Theater umfunktionierten Schützenhaus nicht nur einmal per Applaus kundtat. Dafür, dass alles so bestens verlief und ankam, hatten Regisseur Gerhard Lüer, die Bühnenbildner Knut Müller, Dieter Lohrengel, Konrad Stahn und Hermann Hesse, die Maskenbildnerin Petra Koschmieder, die Kostümfrau Bärbel Mißling und selbstredend die Souffleuse Bärbel Schülbe gesorgt. Außerdem führte Rolf Vogel mit spitzen Worten und einem Schmunzeln zwischen den Sätzen durchs Programm. Aber da waren auch Rolf Haarmann und dessen Thekenteam, die während der Pausen ganz schon flitzen mussten.
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