Berichte aus dem Seesner Beobachter zum Spiel SV Bad Grund - TSV Wulften und zum Spielabbruch bei Eintr. Seesen - Azzuri Seesen vom 02.04.2002:


0:4-Schlappe für den SV Viktoria

Mit der wohl schlechtesten Saisonleistung musste der SV Viktoria Bad Grund vor heimischer Kulisse eine mehr als deutliche 0:4-Niederlage gegen den TSV Wulften einstecken. Was die Bad Grundner dort ablieferten, spottete jeder Beschreibung. Der Gast war in allen Belangen überlegen und kam so ungefährdet zu einem Sieg. Dabei hätte es anders laufen können. Bereits in der 4. Minute eine Riesenchance für den SV Viktoria. Eine Ketteler-Flanke von der rechten Seite hätten gleich vier Viktoria-Angreifer einnetzen können, jeder schob jedoch die Verantwortung einem Anderen zu, und so blieb die Chance ungenutzt. Ein Ballverlust von St. Wagner leitete die überraschende Führung für die Gäste ein. In der 10. Minute war es Mißling, der im Liegen Probst zum 0:1 überwinden konnte. Viktoria wehrte sich zwar nach Kräften, aber schon in der 17. Minute leitete Ludwig per Kopf auf Biegler weiter, und der vollstreckte eiskalt zum 0:2. Mit dieser Führung konnte der TSV das Spiel kontrollieren, war ballsicherer und zeigte vor allem im Spielaufbau mehr Qualität. Viktoria lieferte nur Stückwerk. Zu viele Ballverluste, auch aus Standardsituationen bauten die Gäste förmlich auf. Die Rot-Schwarzen zeigten keinen Biss, keinen Willen und liefen eigentlich nur ihren Gegenspielern hinterher. Zu den Dauerverletzten gesellten sich dann zu allem Überfluss auch noch Stein, für ihn kam Böhm in der 37. Minute und St. Wagner folgte dann in der 39. Minute mit einer Prellung. Für ihn brachte Trainer Pavlidis Hoffmeister. In der 43. Minute nutzte der Gast dann einen Freistoß, um auf 0:3 zu erhöhen. Waßmann kam unbedrängt an den Ball und verwandelte per Kopf. Wer geglaubt hatte, Viktoria würde sich nach dem Seitenwechsel besser präsentieren, sah sich getäuscht. Wulften bestimmte weiterhin das Geschehen, liess Ball und Gegner laufen, und nur Probst war es zu verdanken, dass es in der 59. Minuten nicht erneut klingelte. Dafür dann aber in der 60. Minute: TSV - Mittelstürrmer Ludwig war nach einer Ecke mit dem Kopf da und konnte wiederum unbedrängt zum 0:4 einköpfen. Das Spiel plätscherte dann bis zum Ende vor sich hin. Viktoria konnte nicht, und der TSV Wulften brauchte nichts mehr tun. So leicht war es wohl selten, alle drei Punkte aus der Glück-Auf-Kampfbahn mitzunehmen. Es kann keine Entschuldigung sein, dass so viele Spieler verletzt sind. Mit ganz wenigen Ausnahmen präsentierten sich die Viktoria-Spieler mit einer katastrophalen Einstellung, und darin liegt die Ursache. Nun am gestrigen Montag zeigte sich die 1. Herren bei der Reserve von Tuspo Petershütte von der besseren Seite, und das mit dem letzten Aufgebot: Vier Reservisten wurden eingesetzt, und die machten ihre Sache hervorragend. Viktoria erreichte ein verdientes 1:1, wobei Michael Sattler nach „Kopfball-Pass“ von Jens Grupe einnetzte. In der 70. Minute wurde es turbulent: Das vermeintliche 2:1 für Tuspo nahm der Schiedsrichter erst nach Protesten der Grundner und nach Befragungen der Linienrichter zurück. Eine Entscheidung, die dem SV Bad Grund eine wichtige Punkteteilung bescherte.

SV Eintracht – FC Azzurri: Spiel abgebrochen

Am Ostermontag kam es an der Kurparkstraße zum Lokalderby zwischen dem SV Eintracht Seesen und dem FC Azzurri Seesen. Das Spiel vor über 250 Zuschauern stand ganz im Zeichen des Abstiegskampfes,denn beide Seesener Teams stehen ganz unten im Tabellenkeller der Bezirksklasse 4 und somit war zusätzlich Brisanz in dieser Begegnung. Dennis Meegans hatte die in der ersten Halbzeit bessere Heimelf in der 20min. mit 1:0 in Führung geschossen und nach dem Seitenwechsel wurde der FC stärker und glich nach einem Solo von Stefan Dettmer (56.) zum 1:1 aus. Als in der 80. Minute David Mediavilla die gelb-rote Karte sah, hat sein Bruder Christian dem Schiedsrichter noch ein paar nette Worte gesagt und daraufhin bekam er die rote Karte gezeigt. Anschließend wurde er gegenüber dem Unparteiischen handgreiflich, woraufhin der Referee aus Stadtoldendorf die Partie abbrach. Eintracht-Coach Dieter Braunschweig baute seine zuletzt so erfolgreiche Hintermannschaft, die in den letzten drei Spielen nach der Winterpause nur einen Gegentreffer zuließ in diesem Lokalderby um. Er selbst spielte den Staubsauger vor der Abwehr. Als Libero machte der noch A-Jugendspieler, Christian Zimmermann eine hervorragende Partie und war auch aufgrund seiner Körpergröße bei hohen Bällen stets auf dem Posten. Als Gegenspieler im Abwehrbereich spielen Daniel Benischke gegen Riadh Mekadmi und auch Chris Jeschke gegen den talentierten FC-Angreifer Christian Mediavilla ausgezeichnet. Im ersten Durchgang hatte der FC Azzurri kaum einmal eine Torchance zu verzeichnen, wenn dann wurde es nur bei Standardsituationen gefährlich, wenn Abwehrspieler Thomas Lewald mit aufrückte. Nach einer feinen Einzelleistung vom sehr aktiven Eintracht-Stürmer Matthias Stoppok prüfte er in der 11min. erstmals mit einem Linksschuss FC-Keeper Rainer Kelle. Auch in der 18. Minute kam er wieder in eine gute Schussposition nach einer Hereingabe von Christoph Merten, aber er traf einen FC-Spieler genau am Kopf. Der SV Eintracht war jetzt das aktivere Team und ging in der 20. Minute verdient in Führung. Dennis Meergans setzte sich über rechts kommend schön durch und zielte genau ins lange Eck. In der 23. Minute spielten die Gastgeber nach einer abgewehrten FC-Ecke mal einen schnellen Angriff. Dominique Götz spielte Steil auf Dennis Meegans und dieser konnte im FC-Strafraum gerade noch vom FC-Libero Chaffi Mekadmi gestört werden. Auch die nächste Szene in der 26min. gehörte dem jungen Eintracht-Mittelfeldspieler. Einen Freistoss von der Außenposition setzte Dennis Meergans mit einem frechen Direktschuss an den Innenpfosten. Wie gesagt vom FC Azzurri war im ersten Durchgang nicht viel zu sehen. Eine Minute nach der Halbzeit hätte bereits eine Vorentscheidung fallen können. Matthias Stoppok hatte sich am rechten Flügel durchgesetzt und seine Flanke fand in Sturmpartner Dirk Hartung einen Abnehmer. Gegen die in dieser Situation konfuse FC-Abwehr brachte er das Leder mit einem Linksschuss über FC-Keeper Rainer Kelle aufs FC-Tor. Aber FC- Libero Chaffi Mekadmi köpfte den Ball noch an den Innenpfosten und von da sprang er wieder vom Tor weg. Damit hatten die Platzherren vorerst ihr Pulver verschossen und der FC wurde jetzt stärker. Bei der ersten brenzligen Situation, nach einem Freistoss von außen von Christian Mediavilla hatten die Platzherren Glück, dass der Ball an Freund und Feind vorbei durch den fünf Meterraum flog. Nur eine Minute später gewann Stefan Dettmer (56.) einen Pressschlag vor dem Eintracht-Strafraum und anschließend umkurvte er noch zwei Eintracht-Spieler und schoss gegen seine ehemaligen Kollegen das 1:1 für den FC. Jetzt hatten die Gäste etwas Oberwasser und erspielten sich zwei, drei gute Möglichkeiten. In der zwar kampfbetonten aber nicht unfairen Partie gab es bis zur 80. Minute nur drei gelbe Karten. Dann bekam FC-Mittelfeldspieler David Mediavilla im Mittelfeld nach einem Foul an Eintracht-Spieler Dieter Braunschweig die gelb-rote Karte gezeigt, nachdem er bereits in der 37. Minute gelb gesehen hatte. Was dann geschah auf dem Sportplatz an der Kurparkstraße ist kein Aprilscherz, aber eine noch nicht dagewesene Premiere. Sein Bruder Christian eilte zum Tatort um Schiedsrichter Schreiber (Stadtoldendorf) ein paar nette Worte kundzutun. Danach sah er sofort die rote Karte und anschließend schlug der Azzurri-Akteur dem Referee mit der Hand ins Gesicht. Das Spiel wurde sofort abgebrochen und die Verlängerung wird nun vor dem Sportgericht ausgetragen, wie der anwesende Schiedsrichterobmann Jürgen Dietrich (FC Rhüden) nach dem Abbruch bekannt gab.

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